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Mathematik in der Schule ist weit mehr als ein theoretisches Denkspiel mit gegenstandslosen Zahlen. Zumindest für die Schülerinnen und Schüler der siebten Klasse an der Regionalen Ernst-Moritz-Arndt-Schule in Greifswald. Das Hantieren mit Zahlen spielt schließlich auch bei politischen Weichenstellungen eine entscheidende Rolle. Der Rückgang der Geburtenzahlen, Schülerzahlen, der Beitragszahler in die Rentenkassen beherrschen die Bundes- und die Landespolitik.
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie aktuell die Fragestellungen des Mathematikleistungskurses in Greifswald sind: Die Schülerinnen und Schüler aus Greifswald erforschen die Lebensbedingungen ihrer Region mit Unterstützung der virtuellen Plattform SCHOLA-21. In acht Arbeitsgruppen ermitteln die Jugendlichen Zahlen über Einwohnerentwicklung, Schülerzahlen, Verkehr, Energieverbrauch, Wasserverbrauch und Wetter. SCHOLA-21 ist der methodische Kompass, mittels dessen die Mathematikschüler das fächerübergreifende Projekt „unsere Heimatstadt Greifswald in Zahlen“ strukturieren.
Ob Ideensammlung, Festlegung der Lernziele, Projektplanung, Formulierung von individuellen „Lernverträgen“ oder Projektreflexion – die Plattform liefert konkrete Hilfen ohne die Lernfreiheit einzuschränken. Lehrer versenden im Zuge des Zahlenprojekts Aufträge an einzelne Schüler. Dies verstärkt die selbstständige Arbeitshaltung im Mathematikkurs und die Schüler fühlen sich individuell angesprochen. Sie recherchieren nicht nur in Lehrbüchern und im Internet, sondern befragen Experten in den kommunalen Einrichtungen. Somit öffnet sich der Mathematikkurs dem außerschulischen Umfeld. In SCHOLA-21 richten die Jugendlichen ihr internetbasiertes Klassenzimmer ein und bilden eine Reihe von Zweiergruppen, welche die verschiedenen Forschungsvorhaben bearbeiten. Den Lernprozess halten die Jugendlichen dabei in „Lerntagebüchern“ fest.
Ein Ergebnis der Recherchen: Während der Bevölkerungsrückgang in Greifswald heute der wirtschaftlichen Entwicklung und der Globalisierung geschuldet ist, war es zur Zeit des Barock, im Jahre 1632, der 30-Jährige Krieg – also ein Religionskrieg. Ausgangsfragen der Mathematik konfrontieren den Leistungskurs mit geschichtlichen Fragestellungen. Solche überraschenden Erfahrungen sind ein Kennzeichen des fächerübergreifenden Unterrichts.
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