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Vorbereitung einer Klassenfahrt im bilingualen Unterricht


Die Würfel waren gefallen: Die Klasse 7rs aus Bremen Osterholz-Tenever wollte eine Klassenfahrt nach England machen. Nach Hastings, um genau zu sein. Doch was würde sie dort erwarten?

Die Klasse bestand aus zwei Lerngruppen: einer „normalen“ Gymnasialklasse und einer bilingualen Hälfte. Die „BILIs“, 19 an der Zahl, erklärten sich sofort bereit, die Fahrt für die gesamte Gruppe mit Hilfe der englischsprachigen Version von SCHOLA-21 vorzubereiten. Anhand der Frage „What is special about Hastings?“ lernte die Klasse innerhalb eines Halbjahres die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten der englischen Stadt kennen.

Zu diesem Zweck wurden zunächst sechs bereits Computer erfahrene Schüler als „Scouts“ ausgebildet. Im Unterricht wurden sechs Gruppen gebildet, denen jeweils ein Scout „vorstand“. Die Scouts waren für ihre Gruppen verantwortlich und halfen sich auch gegenseitig aus. Gab es Fragen, so handelten sie meist nach dem Prinzip „Learning by Doing“ und nur selten musste die Lehrerin eingreifen. Da die Klasse am Anfang des Schuljahres neu gebildet worden war, trugen die intensive Projektarbeit und Instrumente wie der virtuelle Steckbrief dazu bei, dass sich die Schülerinnen und Schülern besser kennen lernten.

Nachdem in einem Online-Brainstorming die Ziele festgelegt worden waren, arbeiteten die SchülerInnen weitgehend eigenständig und die Lehrerin war oft nur korrigierend oder beratend tätig. Dies war möglich durch die Bildung von sieben Arbeitsgruppen, in denen jedes Teammitglied für eine Anzahl von Aufgaben verantwortlich war. So wurden arbeitsteilig „Hastings Castle and Canterbury“, die „Smugglers’ Caves“, das „Fishing Quarter“ und andere Teile der Stadt erforscht.

Viele Kinder erlernten im Rahmen des Projektes die sinnvolle Nutzung des Internets und die Verarbeitung von Informationen. Am Beliebtesten waren die Funktionen E-Mail, Chat, Diary, Brainstorming und Filing. Die Schüler und Schülerinnen, die auch privat über einen Internetzugang verfügen, arbeiteten freiwillig auch zu Hause weiter am Projekt, weil es ihnen so viel Spaß machte. Auch die Lehrerin ergriff die Möglichkeit, den virtuellen Unterricht bereits zu Hause in Form von E-Mails, Arbeitsanweisungen, Tipps, Arbeitsblättern etc. vorzubereiten, so dass sie sich während des Unterrichts ausschließlich um die Umsetzung und individuelle Hilfestellung kümmern konnte.

Durch die englischsprachige Oberfläche der Plattform wurden diverse englische Fachbegriffe spielend erlernt und in das aktive Vokabular übernommen. Auch die Kommunikation innerhalb der Lerngruppe fand auf Englisch statt, was von den Kindern sofort akzeptiert und konsequent umgesetzt wurde.

Kurz vor der Klassenfahrt fanden die Präsentationen der Ergebnisse statt, die die BILIs vor der gesamten Klasse hielten. Die Präsentationen wurden direkt im virtuellen Klassenzimmer vorbereitet und am Tag der Präsentation aufgerufen. Einige der Schüler, die Spaß am Programmieren hatten, erstellten zusätzliche HTML-Seiten, die sie mit der Schulhomepage und dem SCHOLA-Raum verknüpften. Für alle waren es die ersten Präsentationen ihres Lebens, aber der während des Projekts entstandene Teamgeist half auch dem Schüchternsten, seine Ergebnisse den anderen mitzuteilen.

Durch die intensive Vorbereitung der Fahrt mit Hilfe des virtuellen Klassenzimmers entstand eine weit über das Übliche hinausgehende Motivation, „das nun alles endlich mal selbst zu sehen“, wie eine Schülerin bemerkte. Die SchülerInnen hatten selbst die Idee, ihre Präsentationstexte an Ort und Stelle noch einmal vorzutragen. Auch nach der Fahrt war das Feedback erheblich intensiver, als bei ähnlichen Klassenfahrten zuvor.

SCHOLA-21 hat sich während des Unterrichts als hervorragende Hilfe erwiesen und auch für die Schülerinnen und Schüler den Schulalltag attraktiv gemacht. Die Klasse hat u.a. ihre Teamfähigkeit entwickelt, Medienkompetenz erlangt, ihre Fremdsprachen- kenntnisse erweitert und ihr Selbstbewusstsein gesteigert. Was wollen wir mehr?

Sabine Kurz, Klassenlehrerin am Schulzentrum Koblenzer Straße in Bremen

P.S. Die jetzige 8s (die BILIs) plant bereits auf der neuen SCHOLA-21 Plattform ein neues Projekt im Fach SES (Social and European Studies) zum Thema „Slavery“.
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